// Winglets //

So mancher Passagier, der schon
einmal in einer Boeing 737 der Hapag-Lloyd
oder Air Berlin in den Urlaub geflogen ist, mag sich gefragt haben, was denn da
die Spitzen der Tragflächen ziert. Vor allem, wenn besagter Passagier schon
zuvor einmal in einer Maschine dieses Typs gereist ist. Noch vor nicht allzu
langer Zeit setzten beide Chartergesellschaften ihre
Boeing 737  nämlich ohne diese auffälligen, 2,49 Meter hohen "Ohren"
ein.

Die "Ohren" werden
gemeinhin Winglets genannt und sind ein aerodynamisches Hilfsmittel, das den
Widerstand eines Flugzeugs verringert, damit den Treibstoffverbrauch reduziert
und folglich die Reichweite erhöht. Ihre Aufgaben erledigen sie so gut, dass die
Fluggesellschaften sogar gewillt sind, die nicht gerade geringen Kosten für die
Umrüstung ihrer Flugzeuge in Kauf zu nehmen. Etwa 5 Prozent weniger Treibstoff
verbraucht eine Boeing 737-800 im Reiseflug. Was das
für die Reichweite bedeutet, hat eine 737-800 von
Air Berlin Anfang November 2001 eindrucksvoll bewiesen: Bei ihrem
Auslieferungsflug vom Boeing-Werk in Seattle nach Berlin legte sie 8345
Kilometer ohne Zwischenlandung zurück - Weltrekord für dieses Flugzeugmuster und
erheblich weiter als die Strecken, die von früheren Langstreckenflugzeugen
nonstop bedient werden konnten.

Doch nicht nur bei der
Flugstrecke machen sich die Winglets bezahlt. Weil auch die Startleistungen
besser werden, gewinnt das Flugzeug schneller an Höhe; die Flughafen-Anwohner
können sich über eine geringere Lärmbelastung freuen.

Übrigens: Ganz so neu sind
Winglets dann doch wieder nicht. Zwar gibt es sie für die Boeing 737
erst eine Weile, doch wer schon einmal in einem Langstreckenflugzeug wie dem Airbus A330 oder A340,
einer MD-11 oder einer Boeing 747-400 gesessen hat,
ist Ihnen bereits begegnet. Und im Segelflugzeugbau sind die abgeknickten
Flügelenden schon seit mehr als 20 Jahren zu finden. Eine Besonderheit der Boeing-737-Winglets zeigt sich aber schon in ihrem
Namen: "Blended Winglets" nennt der Hersteller, die amerikanische Firma Aviation
Partners, ihre Entwicklung. "Blend" heißt harmonisieren oder verschmelzen, und
diese Winglets wachsen gleichsam wie eine natürliche Fortsetzung aus den
Tragflächen heraus, während die "Flügelohren" einer MD-11 oder einer A340 wie nachträglich aufgesetzt wirken.

Obwohl sie also aussehen,
als hätten sie schon immer dahingehört, sind die Winglets nur auf Umwegen zur Boeing 737
gekommen. Eingeführt wurden sie nämlich ursprünglich  für den Boeing
Businnes Jet, ein Geschäftsreiseflugzeug mit extrem großer Reichweite, das auf
der Boeing 737-700 basiert. Deren Flugleistungen
begeisterten nicht zuletzt die deutschen Charter-Airlines so sehr, dass sie
Boeing drängten, Winglets auch für die regulären Verkehrsflugzeuge anzubieten.
Mittlerweile muss man die Winglets nicht einmal mehr nachrüsten, sondern kann
sie gleich ab Werk ordern.

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