// Geschichte der Schokolade //

Wie alles begann.... Aufzeichnungen belegen den Genuss der Schokolade schon vor 1500 Jahren v. Chr.

Stöbern Sie ein wenig in der Zeitgeschichte. Schon bald wissen Sie ein wenig mehr über Schokolade und ihre Verwendung schon lange vor der Entdeckung Amerikas.

Ungefähr 1500 vor Christus.

Der Ursprung des Kakaos und damit der Schokolade ist Mittelamerika. Bei vielen sind die alten Völker Mittelamerikas für ihre etwas blutrünstigen religiösen Riten bekannt. Dabei waren sie Gourmets.

Diverse Trinkgefäße und Zeichnungen bezeugen, dass schon die Maya die Bohnen des Kakaobaums verarbeiteten und ihr Aroma zu genießen wussten. Ihre Wertschätzung ging so weit, dass sie Kakaobohnen als Zahlungsmittel benutzten und ihre Schatzkammern damit füllten. (Ein Umstand, der die Spanier auf der Suche nach Gold immens irritierte.)
Bereits 1000 vor Christus benutzten die Olmeken, einer der ersten Kulturen Mittelamerikas, das Wort Kakao - allerdings wurde es kakawa ausgesprochen. Ein Schelm, der dabei an das Getränk Kaba denkt.

Schokolade bei Familie Maya.


Die altertümliche Schokolade hat wenig mit dem zu tun, was Naschkatzen in aller Welt heute verspeisen. Man trank Schokolade heiß in Wasser oder Brei und würzte diese mit für unsere Verhältnisse exotischen anmutenden Zutaten wie zum Beispiel Chili. Der Trank wurde nicht gesüßt, also war die Ur-Schokolade ziemlich herbe und bitter.

Besonders köstlich schien den Mayas der Schaum. Dafür gab es besondere Gefäße und in einigen überlieferten Rezepten wurden Zutaten hinzugemischt, die besonders viel Bläschen erzeugen sollten. Schokolade war ein Getränk für die oberen Tausend. Die üblichen Adeligen, Priester und Militärs genossen, was das Zeug hält. Das Getränk bracht es sogar zu höchsten Weihen: es wurde bei religiösen Riten gereicht und Verstorbenen im Grab beigelegt.

Der erste Kontakt.

Wieder einmal gebührt Christoph Columbus die Ehre, als erster Vertreter der alten Welt mit dem Kakao in Berührung zu kommen. Bei seiner vierten Reise trifft er auf ein Handelskanu der Maya.
Er lässt es aufbringen und die Ladung überprüfen. Wie enttäuschend, kein Gold und keine Edelsteine. Dafür Säcke voller brauner Bohnen. Seltsam nur, dass sich die Eingeborenen für jede einzelne Bohne bückten, die auf den Boden gefallen war.

Leider wusste Columbus das Geheimnis um dieses unspektakuläre Erzeugnis mittelamerikanischer Landwirtschaft nicht zu lüften.

Die ignoranten Entdecker hatte schlicht keinen Übersetzer dabei. So sollte es noch Jahre dauern, bis das braune Gold seinen Siegeszug in Europa begann.

Man fremdelt.

Mit der vollständigen Eroberung Mittelamerikas lernten die Spanier die Kultur der Mayas und Azteken kennen. Kakao fanden sie praktisch, denn es war Zahlungsmittel. Als Getränk fanden die Kulturbanausen die Schokolade aber abstoßend: zu bitter und zu herbe. "Sie schien eher ein Getränk für Schweine zu sein als für die Menschheit", schrieb der Italiener Benzoni 1575.

Den Durchbruch erzielte der Kakao erst, als jemand auf die Idee kam, das Getränk mit Rohrzucker zu versetzen. Die Spanier waren wie alle Europäer geradezu süchtig nach süßen Dingen seit im mittelalterlichen Europa der Zucker eingeführt worden war.

Und damit war die bis heute unwiderstehliche Kombination von Süße und Aroma geboren. Auch wenn sie damals nur zum Trinken war.

Päpste und Ärzte.

Also gut, der Kakao hat den Sprung über den großen Teich geschafft. Jetzt galt es zwei Hürden zu nehmen, an dem schon viele Genussmittel im puritanisch fixierten Europa des 16. Jahrhunderts gescheitert waren: die Kirche und die Medizin.
Etliche Päpste beschäftigten sich damit, ob die Schokolade eine Speise oder ein Getränk sei.

Ersteres würde es verbieten, dem süßen Laster in der Fastenzeit zu frönen.

Glücklicherweise entschieden alle weise (und bestimmt nicht ganz uneigennützig) in Richtung Getränk.


Als noch die Mediziner den Kakao als gut gegen Fieber, Magenschmerzen und andere Unpässlichkeiten einstuften, konnte der Siegeszug in die Elite Europas beginnen.

Eroberung auf friedliche Art.

Schnell erlag ganz Europa (was zu der Zeit der Nabel der Welt zu sein meinte) der süßesten Versuchung seit es Zuckerwerk gibt. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann sich die Schokolade am spanischen Königshof durchzusetzen.

Wer gerne in Spanien Urlaub macht, weiß: Noch heute gehört die Trinkschokolade dort zum traditionellen Frühstück. Weiter ging es nach Italien. Hier begann man ein wenig rumzuexperimentieren wie ein legendäres Rezept aus dem Besitz des Großherzogs von Toskana beweist, was Jasmin und Amber als Zutaten aufführt.

Einer der Ersten in Frankreich von dem wir wissen, dass er Schokolade zu sich nahm, war der Kardinal von Lyon, besser bekannt als der durchtriebene Gegenspieler der drei Musketiere de Richelieu. Er tat das, was heute Tausende bei Liebeskummer tun: er genoss sie als Medikament gegen seine Melancholie. Schließlich eroberten die Engländer Jamaika, was sie in den Besitz der spanischen Kakaoplantagen brachte und den Krämerseelen ein neues Handelsgut.

Lustigerweise trank man auf der Insel die Schokolade wie den Kaffee aus Tellern. "Die spinnen, die Engländer."

Der erste deutsche Schokoladen-Promi.


Natürlich wieder Goethe, unser Aushängeschild für Feingeist und Kultur. Wenn er auf Reisen war, bat er oft seine Frau, ihm seine Lieblingsschokolade von Riquet zu nachzuschicken.

Tatsächlich hat es ein Weilchen gedauert, bis die Schokolade im Land der Dichter und Denker angekommen war.

1673 eröffnete der Niederländer Jan Jantz von Huesden in Bremen eine Kaffeestube, wo man auch Trinkschokolade genießen konnte. Als eine der ersten Schokoladenfabriken in Deutschland gilt die im Jahre 1756 von Wilhelm zu Schaumburg-Lippe gebaute Manufaktur in Steinhude.

Der Prinz hatte hierzu Schokoladenexperten aus Portugal abgeworben, was von erheblicher Weitsicht zeugte, denn Friedrich der Große war wie viele andere einflussreiche Menschen dieser Zeit eine Naschkatze (natürlich nur aus medizinischen Gründen).

Als van Houten und Suchard noch Anfänger waren.

Mit Beginn der industriellen Revolution machten sich die Unternehmer Gedanken, wie das verführerische Luxusgut von der teuren Handarbeit zu befreien sei.
Der Holländer van Houten entwickelt 1828 eine hydraulische Presse, die den Anteil der Kakaobutter am Schokoladenpulver um die Hälfte senkt.


Die zweite Entwicklung war die Behandlung des Pulvers mit Alkalisalzen, wodurch sich das Pulver besser mit Wasser vermischen lässt. Philippe Suchard setzt 1826 den ersten Mélangeur ein.


Mit Granitwalzen, die sich in einem flachen erwärmten Granitbecken hin und her bewegen gelang es, die Kakaomasse und den Zucker ideal zu vermischen. Man beachte: die feste Tafelschokolade war noch nicht erfunden. Erst 1848 wurde die Schokolade wie wir sie heute kennen in England geboren.

Francis Fry von Fry & Sons (heute Cadbury) begann, das Abfallprodukt Kakaobutter mit der Schokolade zu vermischen und erhielt ein formbare und wohlschmeckende Masse, die auf einer Handelsmesse in Birmingham vorgestellt wurde.

Ein Meilenstein der Schokoladenkunst.

Trotz der Anstrengungen zahlreicher Erfinder und Zuckerbäcker blieb die Ess-Schokolade im 19. Jahrhundert ziemlich hart und grobkörnig.
Bis Rodolphe Lindt im Jahre 1879 die Conche entwickelte und damit sozusagen den Schmelz erfand.

Wie bei der Erfindung van Houtens ist die Conche ein großes flaches längliches Becken aus Granit durch das sich Granitwalzen in der flüssigen Schokoladenmasse vor- und zurückbewegen.


Aber bei Lindts Conche schlagen die Walzen dabei gegen die Ränder und die Schokolade spritzt über die Walzen zurück in die Wanne. Die dabei entstehende Reibung erhitzt die Masse auf 76° C bis 78° C.

Nach drei Tagen ständigen Conchierens hat die Schokolade eine erstaunlich weiche Konsistenz bekommen, und unerwünschte Geruchs- und Aromakomponenten haben sich verflüchtigt.

Dank der neuen Methode wurde die Ess-Schokolade so zart, dass Lindt sie nach der gleichnamigen sahnigen Creme 'Fondant' nannte. Seitdem wird die Conche überall verwendet.

Die Grundlage für die lila Kuh.

Im Jahre 1875 führte die Freundschaft zwischen zwei Schweizern zur Erfindung der Milchschokolade: Der Schweizer Schokoladefabrikant Daniel Peter (wenn man es genau nimmt: aus dem Elsass hinzugezogen).

Und sein Nachbar der Chemiker Henri Nestlé der im Jahre 1867 das Milchpulver erfunden hatte. Der Ort ein Dorf am Genfer See, heute als Stammsitz des Nahrungsmittel-Riesen Nestlé bekannt. Daniel Peter kombinierte nun das Milchpulver von Nestlé mit Kakao zur ersten Milchschokolade der Welt. Das daraufhin flugs gegründete Unternehmen war lange führend in der Herstellung der hellbraunen Köstlichkeit. Die Peter, Cailler, Kohler genannte Firma schloss sich 1929 mit Nestlé zusammen.

Heute ist die Michschokolade sowohl in der Massenware als auch in der Confiserie nicht mehr wegzudenken. Ungleich milder als die Zartbitter dürfte sie auch den Siegeszug bei Kindern ermöglich haben.

Selbst in Deutschland: Genusssucht greift um sich.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam es in Dresden und Leipzig zum ersten Schokoladenboom Deutschlands.

Während man sich der Leckerei im preußischen Berlin noch weitestgehend entsagte und sie als Stärkungsmittel auswies, eröffnete in Leipzig 1821 die Konditoreiwaren-Handlung Wilhelm Felsche mit einer eigenen Schokoladenproduktion. Hier trafen sich im 1835 angefügten "Café Français" Adel und Wohlhabende, um bei einer Tasse Schokolade zu plaudern wie es in Frankreich, Italien und Spanien schon länger Mode war.
Während der Gründerzeit von 1871 bis 1873 wurden im Schokoladenzentrum Dresden gleich vier Aktiengesellschaften gegründet. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt 1881 bei 60 Gramm pro Jahr.

Die Schokoladenvielfalt explodiert: Sarotti zum Beispiel bietet 1880 unter anderem Pralinen mit Ananas, Himbeere, Vanille, Mocca, Erdbeere, Nuss, Pistazien oder Nougat an.

Kurze Übersicht aller zur Kategorie Schokolade (132) zugeordenten Fakten.

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Sowohl die Bedeutung, als auch die Definition und Herkunft des Begriffs sowie seine Abkürzung wird in einer prägnanten Übersicht, die die wichtigsten Inhalte enthält, verständlich erläutert. Wenn es der Sachverhalt erlaubt, werden die Daten in einer Tabelle als Liste präsentiert.

Schon gewusst ...

Pfeffer ...


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