// Gefährliche Quallen //

Quallen hat wohl jeder Badeurlauber an der See schon mal gesehen, oft auch gespürt… In der Nordsee und Ostsee leben Arten mit einem Durchmesser von knapp 1 bis 30 cm. Unter dem Rand ihres Schirmes sowie auf den verzweigten „Armen“ der Unterseite tragen die meisten Arten Nesselkapseln zum Beutefang.

Von den größeren Arten (über 10cm) gibt es an unseren Küsten folgende:


Kompaß-, Wurzelmund- und Ohrenqualle, Gelbe und Blaue Haarqualle. Davon sind Wurzelmund- und Ohrenquallen harmlos! Sie nesseln uns nicht.


Quallen bestehen zu 98 % aus Wasser, sind die größten Planktontiere der Welt und die Nesselzellen sind die kompliziertesten Zellen im Tierreich. Die Tiere sind wunderschön anzusehen, wenn sie schwimmen, nur sollte man ihnen nicht zu nahe kommen.


Warum sind Quallen oft gefährlich?


Auf den Tentakeln und Armen der räuberischen Quallen sitzen Tausende von Nesselkapseln, gefüllt mit hochwirksamen Giften und einem Apparat zur Injektion derselben. Sie lähmen die Beute – Planktontiere und kleine Fische oder (Nesselkapseln explodieren wahllos wie Tretminen…) auch den Menschen – und schützen die Quallen vor Feinden.

Selbst tote Quallen nesseln noch – jedoch die meisten nicht auf der Oberseite des Schirmes, die man gefahrlos berühren kann.


Maßnahmen – Erste Hilfe


Bei Vernesselung zuerst raus aus dem Wasser! Sonst ertrinken Sie womöglich, obwohl Sie die Vernesselung selbst überleben könnten! Dann sofort die Tentakeln mit Salzwasser (!) abspülen. Man sollte die noch anhaftenden Tentakeln vorsichtig mit einer Pinzette (niemals mit der bloßen Hand!) entfernen. Niemals Süßwasser oder Alkohol verwenden oder reiben!!!


Die verbliebenen Nesselkapseln würden sofort explodieren und ihre Stilette mit dem 40-fachen der Erdbeschleunigung in Ihre Haut jagen! Die gereizten Hautpartien mit Essig oder (bei Leuchtquallen noch besser), Magnesiumsulfatlösung (falls man sich etwas von dem Salz besorgt hat), nachbehandeln. Das deaktiviert die verbliebenen Nesselkapseln. Zur Entfernung der Nesselkapseln anschließend Rasierschaum auftragen, trocknen lassen und dann abschaben. Dabei bleiben die Nesseln meist im trockenen Schaum stecken und können kaum noch stechen. Je nach Art der Quallen ist unbedingt ärztliche Behandlung erforderlich! Versuchen Sie auf jeden Fall sich das Aussehen der Qualle zu merken. Hier die häufig nesselnden Arten in Atlantik und Mittelmeer:


Die gefährlichsten Quallen


Würfelquallen


Die Würfelqualle (Cubozoa) ist häufig im Pazifik vor Australien aber auch anderswo anzutreffen. Seien Sie auf der Hut!!! Die Quallen sind fast durchsichtig und schwer zu entdecken.


Es handelt sich um einzeln lebende Nesseltiere. Würfelquallen sind aktive, räuberisch lebende Tiere, die Aufgrund ihres Bewegungs- und Wanderungsverhalten eher mit Fischen zu vergleichen sind. Sie gehören damit zum Nekton der Meere.


Die Klasse ist als eine von nur wenigen Nesseltieren in der Lage, ihre Schwimmrichtung gegen die Wasserströmung beizubehalten, und kann auch enge Kurven schwimmen.


Da der Schirm der Meduse praktisch transparent ist, ist es fast unmöglich, das Geschöpf seinem Lebensraum zu erkennen, was eine besondere Gefahr für Schwimmer darstellt.

In Australien werden daher ganze Badestrände seeseitig eingezäunt oder man geht mit einem nesselsicheren Tauch-, Surf- oder Quallen-Schutzanzug ins Wasser.


Am Rand der des Schirms, also an den Seitenflächen des Würfels bzw. Quaders sitzen vier keulenförmige, relativ große Sinnesorgane, die Rhopalien. Neben Gleichgewichtsorganen (Statozysten) sitzen dort echte Linsenaugen und Pigmentaugen. Die Augen (und auch die Statozysten) sind eingebettet in ein kompaktes Gewebe aus Nervenzellen.


Chironex fleckeri


Die Art Chironex fleckeri aus der Gruppe der „Seewespen“, deren Gift einen Menschen unter Umständen innerhalb von wenigen Minuten töten kann, ist besonders gefürchtet.


Wenn die Qualle schwimmt, sind die Tentakel kontrahiert, etwa 5-15 cm lang und 3-5 mm im Durchmesser. Bei der Jagd sind die Tentakel dünner und bis zu 3 m lang.


Seewespen leben fast ausschließlich in flachem, küstennahem Wasser, kaum jemals über 5 Meter Wassertiefe.


Carukia barnesi


Auch Irukandji (im Engl. Irukandji jelly fish) genannt. Klein (2,5cm groß), mit nur 4 Tentakeln und tödlich! Achtung: Nesseln auch auf der Oberseite!


Carukia barnesi - Gehört zur Klasse der Würfelquallen

Kommt hauptsächlich in australischen Küstengewässern vor, und wurde vom australischen Arzt Jack Barnes 1961 entdeckt und nach ihm benannt.



Leuchtquallen


(Pelagia noctiluca) Englisch: purple jellyfish.


Leuchtqualle (auch Feuerqualle genannt)

Eine Schirmqualle die zu den wenigen europäischen Quallen gehört, deren Nesselkapseln die menschliche Haut durchdringen können.



Vor allem im Mittelmeer vorkommend. Die Tentakeln sind bis 10 m lang! Ein Kontakt mit den Nesselkapseln verursacht sofort starke, stechende Schmerzen; es bilden sich Quaddeln, eventuell Bläschen.

Die Hautverletzungen heilen nur langsam. Intensive Vernesselungen können durch Narbenbildung bleibende Spuren hinterlassen.

Insbesondere wenn man in einen Schwarm gerät sind Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Kopfschmerzen und sogar Bewusstlosigkeit beschrieben worden. Die meisten Vernesselungen sind jedoch eher leichterer Natur. Durch wiederholten Kontakt ist eine Sensibilisierung möglich.


Kompassqualle


(Chrysaora melanaster). Gilt als weniger gefährlich, hat aber ebenfalls nesselnde Tentakeln, die recht lang werden. Häufig auch in der Nordsee.


Kompassqualle (Chrysaora hysoscella)

Im Atlantik, im Mittelmeer, der Nordsee und im Kattegat vorkommende Schirmquallenart.



Blaue Haarqualle


(Cyanea lamarckii). Häufiger in der Nordsee, stark nesselnde Tentakeln. Nah verwandt ist die Gelbe Haarqualle, (auch Feuerqualle genannt), sieht ähnlich aus, nur eben gelb.


Blaue Nesselqualle (Cyanea lamarckii)

Die Art findet sich auch in Nord- und Ostsee, wo sie neben der Gelben Haarqualle, dem Menschen unangenehm werden können.


Regeln für die Zusammenfassung: unser Steckbrief ist kurz & knapp, in einer klaren Sprache auf Deutsch geschrieben und nennt die Dinge beim Namen.
Sowohl die Bedeutung, als auch die Definition und Herkunft des Begriffs sowie seine Abkürzung wird in einer prägnanten Übersicht, die die wichtigsten Inhalte enthält, verständlich erläutert. Wenn es der Sachverhalt erlaubt, werden die Daten in einer Tabelle als Liste präsentiert.

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